Young European String Quartet &
Young European Wind Quintet

Kammerkonzert

Unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments.

Mittwoch, 09. September, 20 Uhr, Heidelberg
Donnerstag, 10. September, 20 Uhr, Mannheim

Programm

Young European String Quartet

Juan Crisóstomo de Arriaga
Streichquartett No. 1
*****
Dimitri Schostakowitsch
Streichquartett No. 8  op. 110
*****
Pause

Young European Wind Quintet

Jacques Ibert
3 Pièces Brèves
******
Jean Francaix
Wind Qutintet No. 1

Werke

Juan Crisóstomo de Arriaga

Juan Crisóstomo de Arriaga (1806–1826) starb mit kaum zwanzig Jahren – und hinterließ Werke von erstaunlicher Reife. Der baskische Komponist, oft als „spanischer Mozart” bezeichnet, schrieb seine drei Streichquartette als Siebzehnjähriger in Paris, wo er am Konservatorium studierte. Das erste Quartett in d-Moll besticht durch seine emotionale Tiefe, elegante Stimmführung und eine melodische Erfindungskraft, die weit über das Alter des Komponisten hinausweist. Arriaga verbindet klassische Formstrenge mit einem unverwechselbar eigenen Ton – ein Werk, das nachdenklich stimmt: Was hätte dieser Komponist noch werden können?

Dimitri Schostakowitsch

In nur drei Tagen niedergeschrieben, ist das achte Streichquartett Schostakowitschs persönlichstes und erschütternstes Kammermusikwerk. Entstanden 1960 in Dresden – inmitten der Trümmer der zerbombten Stadt – trägt es die Widmung „dem Andenken der Opfer von Faschismus und Krieg”. Schostakowitsch verarbeitet darin seine eigene musikalische Signatur (D–Es–C–H), zitiert frühere eigene Werke sowie Volkslieder und revolutionäre Lieder. Das Quartett ist ein Selbstporträt in fünf Sätzen: ein Abgesang, ein Aufschrei, ein Dokument innerer Zerrissenheit – und eines der bewegendsten Werke des 20. Jahrhunderts.

Jacques Ibert

Die drei kurzen Stücke des Franzosen Jacques Ibert (1890–1962) gehören zum Standardrepertoire des Bläserquintetts – und das aus gutem Grund. Witzig, pointiert und von unwiderstehlichem Charme, spiegeln sie den Geist des Pariser Musiklebens der Zwischenkriegszeit wider. Ibert, bekannt für seinen eleganten, farbenreichen Stil, schreibt hier keine große Geste, sondern kammermusikalische Miniaturen voller Esprit: Das erste Stück tänzelt leichtfüßig, das zweite träumt lyrisch, das dritte fegt mit quirliger Energie davon. Perfekte Unterhaltung – mit hohem handwerklichem Anspruch.

Jean Francaix

Die Achte ist Beethovens charmanteste, witzigste – und vielleicht am meisten unterschätzte Sinfonie. Entstanden 1812, unmittelbar nach der monumentalen Siebten, überrascht sie mit kompakter Form, sprühender Laune und feiner Ironie. Beethoven selbst soll sie für „viel besser” als die Siebte gehalten haben. Besonders der zweite Satz – ein mechanisch tickendes Allegretto – gilt als musikalisches Porträt des Metronoms, das Beethovens Freund Johann Nepomuk Mälzel gerade erfunden hatte. Die Achte ist keine große Geste, sondern ein geistreicher Kommentar Beethovens auf seine eigene Zeit – und auf die Erwartungen seines Publikums.

Künstler:innen

Anne Erdmann-Schiegnitz

Anne Erdmann-Schiegnitz studierte Violine bei Nicolas Chumachenko (Freiburg), Yair Kless (Tel Aviv) und Rudolf Koelmann (Winterthur), wo sie ihr Studium mit dem Konzertreife-Diplom abschloss. Sie war Stipendiatin der Otto-Meister-Stiftung und erhielt Förderung durch die Würth-Stiftung.

Ihre musikalische Laufbahn führte sie unter anderem zur Neuen Philharmonie Westfalen und zur Staatskapelle Weimar. Neben intensiven Studien der historischen Aufführungspraxis und Meisterkursen bei Urs Stiehler, Stanley Ritchie und Midori Seiler widmet sie sich besonders der Kammermusik.

1996 gründete sie das Aglaia Trio, mit dem sie national wie international auftritt. Zudem ist sie Mitglied renommierter Originalklang-Ensembles wie Les Amis de Philippe, Merseburger Hofkapelle, L’Arpa Festante und dem Frankfurt Main Barockorchester. Konzertauftritte führten sie zu Festivals in ganz Europa; als Konzertmeisterin wirkte sie u. a. am Theater Erfurt bei Purcells King Arthur.

Seit 2013 unterrichtet Anne Erdmann-Schiegnitz an der Musikschule Mannheim.

Bernd Ballreich

Bernd Ballreich studierte Klarinette und Saxofon bei Professor Hans Pfeifer an der Staatlichen Hochschule für Musik in Mannheim. 1993 gewann er den Hochschulwettbewerb und führte das Saxofonkonzert von Wolfgang Hofmann mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester auf. Als Mitglied der Wolf Kaiser Big Band spielte er europaweit bei großen Tanzveranstaltungen, u.a. bei den German Open Championships, der Tanz Weltmeisterschaft in Zürich und der ARD Master Gala.
Neben seiner hauptamtlichen Tätigkeit als Dozent für Klarinette und Saxofon an der Städtischen Musikschule in Mannheim ist Bernd Ballreich ein gern gesehener Gast in vielen Kulturorchestern Deutschlands, u.a. im Nationaltheaterorchester Mannheim, dem SWR Sinfonieorchester und den Bamberger Sinfonikern.

Ensembles

Die beiden Kammermusik-Ensembles – String Quartet und Wind Quintet – vereinen in diesem Jahr eine besondere Auswahl an Musiker:innen. Alle neun Teilnehmenden sind ehemalige Mitglieder der EYOA und kehren als Alumni in neuer Rolle zurück.

Was sie verbindet, ist nicht nur ihre gemeinsame Vergangenheit im Orchester, sondern auch ihr weiterer musikalischer Weg: Aus jungen Talenten sind engagierte junge Erwachsene geworden, die ihre künstlerische Entwicklung konsequent fortgesetzt haben. Im kammermusikalischen Zusammenspiel treten sie nun noch unmittelbarer in Dialog – eigenverantwortlich, fein abgestimmt und mit einem geschärften Bewusstsein für Klang und Ausdruck.

So steht unser Kammerkonzert nicht nur für musikalische Vielfalt, sondern auch für Kontinuität und Verbundenheit innerhalb unserer EYOA-Gemeinschaft.

Young European String Quartet

Huerta Iago, Spain
Zgółka Antonia, Poland

Almeida Beatriz, Portugal

Pop Câtâlin-Mihail, Romania

Young European Wind Quintet

Zvagen Hana, Slovenien
Ponce Tomás Alejandro, Spain

Romero Vigule Amaia, Spain

Hakon Meyer, Danmark

Fumagalli Ester, Italy

Termine & Tickets

Kammerkonzert

Young European Chamber Music
String Quartet & Wind Quintet

Mittwoch 09. September 2026
20 Uhr
Mozartsaal des Schloss
Schwetzingen

Einheitspreis: 29 €
Schüler:innen & Studierende: 12 €

Kammerkonzert

Young European Chamber Music
String Quartet & Wind Quintet

Donnerstag 10 September 2026
20 Uhr
Kunsthalle
Mannheim

Einheitspreis: 29 €
Schüler:innen & Studierende: 12 €

Sponsoren & Unterstützer:innen

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